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© Historisches Museum der Pfalz Speyer

Demokratieforum: Die verunsicherte Gesellschaft. Gewalt, Angst und der Ruf nach Ordnung

Die Stimmung in Deutschland ist angespannt wie selten zuvor. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, der Staat verliere die Kontrolle – über die innere Sicherheit, über die gesellschaftliche Entwicklung, über die Zukunft des Landes. Besonders die Sorge vor unkontrollierter Migration und steigender Kriminalität prägt die Debatte, obwohl weder die Zuwanderungszahlen noch die Kriminalitätsstatistik gestiegen sind – im Gegenteil: Beide sinken. Doch diese Fakten führen nicht zum Umdenken.

Zwischen Realität und Empfinden gibt es eine Diskrepanz, die AfD gewinnt an Einfluss. Rechtsextreme Netzwerke festigen sich und politisch motivierte Gewalt wird sichtbarer. Das Vertrauen in Politik, Medien und demokratische Institutionen sinkt. Soziale Plattformen verstärken diese Entwicklung, indem sie Ängste und Verschwörungsmythen verbreiten, Algorithmen Radikalisierung begünstigen und die Polarisierung vorantreiben. Der Ton wird rauer, die Grenzen des Sagbaren verschieben sich – was gestern noch undenkbar war, wird heute offen geäußert.

Immer öfter werden Repräsentanten des Staates zum Ziel von Hass und Gewalt – von Politikern über Polizeibeamte bis hin zu Beschäftigten der Bahn. Doch wie entsteht diese Dynamik? Wann schlägt Verunsicherung in Misstrauen um, wann Misstrauen in Hass, und wann führt das zu konkreten Taten? Was bedeutet es für die Demokratie, wenn der Glaube an den Rechtsstaat schwindet, während gleichzeitig die Forderung nach mehr Ordnung und Sicherheit lauter wird?

Hinter allem steht die Frage, ob aus einer gesellschaftlichen Stimmung politische Realität geworden ist.  Warum fühlen sich so viele Menschen von der Politik nicht mehr repräsentiert? Wer hat noch das Sagen in der Debatte über die Werte in unserer Gesellschaft: Diejenigen, die an die Demokratie glauben – oder diejenigen, die offensichtlich eine andere Vision von Gesellschaft propagieren?


Mit Michel Friedman diskutieren:

 

Andreas Zick

Professor für Sozialisation und Konfliktforschung an die Universität Bielefeld

 

Georg Maier

SPD, Innenminister von Thüringen

 

Julia Ruhs

Journalistin und Autorin


Das SWR Demokratieforum Hambacher Schloss findet im Rahmen der Südwestdeutschen Medientage statt.


Der Eintritt ist frei!

Wir bitten um verbindliche Anmeldung per Mail: demokratieforum@hambacher-schloss.de


Wofür steht das SWR Demokratieforum Hambacher Schloss?

In der Tradition des Hambacher Fests und dem hiermit verbundenen Geist der Meinungsfreiheit und der Bürgerrechte diskutieren lebenserfahrene und streitlustige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft auf dem SWR Demokratieforum Hambacher Schloss. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen von grundlegender Bedeutung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen.

Im Zentrum der kontroversen Debatten steht der „Geist der Gegenwart“ und die zentrale Frage, welche Werte, Ideen und Konzepte künftig unsere Gesellschaft noch zusammenhalten. Das kritische Bürgerforum bietet eine Bühne für substantielle Diskurse und fairen Konfliktaustausch.


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Moderator des SWR Demokratieforums: Michel Friedman

(c) Nicci Kuhn

Viermal im Jahr streitet er 90 Minuten lang mit seinen Gästen über Demokratie. Sein Ziel: Die Zuschauenden und Diskutierenden sollen mit Fragezeichen im Kopf nach Hause gehen und weiter über das Thema des Abends nachdenken. Verkürzte Darstellungen und plakative Statements mag er nicht.

Sich für Demokratie einsetzen, das ist Michel Friedman auch persönlich ein Herzensanliegen: „Demokratie bedeutet leben, Mensch sein. Ich möchte, dass auch meine Kinder frei leben.“ Gerade jetzt sei es entscheidend, sich für die Demokratie zu engagieren. „Wenn sich Demokraten und Demokratinnen jetzt nicht für die Demokratie engagieren, werden sie eines Tages nicht sagen können, ´Ich habe von nichts gewusst. Ich wasche meine Hände in Unschuld‘.“

Der deutsch-französische Publizist Michel Friedman wurde 1956 in Paris geboren und lebt in Frankfurt. Beim Berliner Ensemble empfängt er seit 2017 regelmäßig Gäste für das Format „Friedman im Gespräch“. Im Jüdischen Museum Frankfurt ist er als Moderator Teil der neuen Veranstaltungsreihe „Denken ohne Geländer“.

2023 erschien sein Buch „Schlaraffenland abgebrannt. Von der Angst vor einer neuen Zeit“. Friedman war jahrelang stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Herausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine. Als Moderator wurde er mit der Sendung „Vorsicht! Friedman“ bekannt.

Datum

Juni 22 2026

Uhrzeit

19:00

Veranstaltungsort

Festsaal
Schlossgelände
Kategorie
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