Leichte Sprache

Das Demokratieforum am 28.6. verpasst? Kein Problem…


Die Aufzeichnung der Diskussion mit Moderator Michel Friedman und seinen Gästen finden Sie:

Zum Inhalt:

Lehrermangel, Digitalisierung, Lerndefizite und fehlende Bildungsgerechtigkeit – die Herausforderungen im Bildungsbereich sind enorm. Der Club of Rome warnt: „Das bedeutendste Problem ist unsere kollektive Unfähigkeit, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden.“ Was bedeutet das für modernes Lernen? Welche Kompetenzen braucht es? Sind Hausaufgaben in Zeiten von ChatGPT noch zeitgemäß? Das Aufstiegsversprechen „Jeder kann es zu etwas bringen durch Bildung, unabhängig von seiner Herkunft“ stimmt mit Blick auf Studien so auch nicht mehr. Über das Thema „Bildung 3.0 – Modernes Lernen zwischen Krise und KI“ diskutiert Michel Friedman im Demokratieforum am Mittwoch, den 28. Juni ab 19 Uhr mit dem Autor, Bildungs-Blogger und Lehrer Bob Blume, mit Prof. Dr. Kai Maaz, geschäftsführender Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation sowie mit der Juso-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Jessica Rosenthal.


Es diskutieren:

(c) Niko Neithardt

Bob Blume ist Lehrer und unterrichtet die Fächer Englisch, Deutsch und Geschichte. Außerdem betreibt er einen Youtube-Kanal und einen Blog, in dem er über die Herausforderungen des Referendariats, die Chancen der Digitalisierung und politische Themen schreibt. Als „Netzlehrer“ ist er auf Twitter unterwegs und betreibt auch einen Podcast mit diesem Namen. 2022 erschien sein Buch „Zehn Dinge, die ich an der Schule hasse: Und wie wir sie ändern können“.

„Wenn jemand aus der Schule kommt, muss er erfahren haben, wie schön lernen sein kann, muss wissen, wie es geht und muss in die Lage versetzt werden, dass er sich weiterentwickeln möchte. Bildung darf nicht definiert werden als Wissensschatz, sondern als Grundlage für die Möglichkeit, um weiter zu lernen.“


© s.h. schroeder

Jessica Rosenthal ist Juso-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete. Außerdem ist sie Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

„Leider ist Schule selbst nicht demokratisch. Wie wollen wir Demokrat*innen erziehen, wenn sie im Laufe ihrer Schullaufbahn kaum Einfluss darauf haben, was eigentlich in der Schule passiert? Sie sind häufig nur Objekte, aber keine Gestalter*innen von Schule. Warum sollen sie nicht auch Dinge mitbestimmen können? Schule sollte auch die Erfahrung sein, dass ich meinen eigenen Alltag ändern kann, wenn ich eine demokratische Entscheidung treffe.“  


Foto: (c) fotorismus für DIPF

Prof. Dr. Kai Maaz ist geschäftsführender Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, wo er darüber hinaus die Abteilung „Struktur und Steuerung des Bildungswesens“ leitet. Zugleich ist er Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildungssysteme und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die soziale Ungleichheit beim Bildungserwerb, die Entwicklung von Bildungsbiografien und Übergangsentscheidungen, die Evaluation von Schulstrukturen, Bildungsprogrammen und Schulen sowie das Bildungsmonitoring.

„Drei Bedingungen müssen erfüllt werden. Erstens: Wenn wir nicht in die frühe Bildung investieren, werden wir das Problem nicht nachhaltig lösen. Zweitens: Es braucht konsequentes Diagnostizieren von Lernrückständen und eine darauf aufbauende Förderung. Und drittens: Wir müssen außerschulische Bildungspartner mit einbeziehen und stärker mit ihnen zusammenarbeiten. Ansonsten wird es die Schule alleine nicht schaffen.“


Wofür steht das Demokratieforum Hambacher Schloss?

Das Demokratie-Forum findet viermal jährlich im Hambacher Schloss statt. In der Tradition des Hambacher Fests und dem hiermit verbundenen Geist der Meinungsfreiheit und der Bürgerrechte diskutieren lebenserfahrene und streitlustige Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft auf dem Demokratie-Forum Hambacher Schloss. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen von grundlegender Bedeutung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen.

Im Zentrum der kontroversen Debatten steht der „Geist der Gegenwart“ und die zentrale Frage, welche Werte, Ideen und Konzepte künftig unsere Gesellschaft noch zusammenhalten. Das kritische Bürgerforum bietet eine Bühne für substantielle Diskurse und fairen Konfliktaustausch.


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Moderator des Demokratieforums: Michel Friedman

(c) Nicci Kuhn

Viermal im Jahr streitet er 90 Minuten lang mit seinen Gästen über Demokratie. Sein Ziel: Die Zuschauenden und Diskutierenden sollen mit Fragezeichen im Kopf nach Hause gehen und weiter über das Thema des Abends nachdenken. Verkürzte Darstellungen und plakative Statements mag er nicht.

Sich für Demokratie einsetzen, das ist Michel Friedman auch persönlich ein Herzensanliegen: „Demokratie bedeutet leben, Mensch sein. Ich möchte, dass auch meine Kinder frei leben.“ Gerade jetzt sei es entscheidend, sich für die Demokratie zu engagieren. „Wenn sich Demokraten und Demokratinnen jetzt nicht für die Demokratie engagieren, werden sie eines Tages nicht sagen können, ´Ich habe von nichts gewusst. Ich wasche meine Hände in Unschuld‘.“

Der deutsch-französische Publizist Michel Friedman wurde 1956 in Paris geboren und lebt in Frankfurt. Beim Berliner Ensemble empfängt er seit 2017 regelmäßig Gäste für das Format „Friedman im Gespräch“. Im Jüdischen Museum Frankfurt ist er als Moderator Teil der neuen Veranstaltungsreihe „Denken ohne Geländer“.

Im Piper Verlag erscheint gerade sein neues Buch „Fremd“. Friedman war jahrelang stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Herausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine. Als Moderator wurde er mit der Sendung „Vorsicht! Friedman“ bekannt.

 

Eine Veranstaltung des SWR und der Stiftung Hambacher Schloss

 

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