© Historisches Museum der Pfalz Speyer
Viele Schicksale und eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf.
Im Oktober 1940 wurden über 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich deportiert. Für viele war dies der erste Schritt auf dem Weg in die nationalsozialistischen Vernichtungslager.
Das Ein-Personen-Theaterstück „Niemandsland“ von und mit Tino Leo erzählt von der Deportation und den betroffenen Menschen. In verschiedenen Rollen macht Leo ihre persönlichen Erlebnisse erfahrbar. Historische Fakten verbinden sich mit individuellen Schicksalen und eröffnen einen eindringlichen Zugang zu einem Kapitel der regionalen Geschichte, das bis heute wenig bekannt ist.
Die Deportation nach Gurs gehörte zu den ersten großen Massendeportationen von Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich. Ihr organisatorischer Ablauf diente später als Vorbild für weitere Deportationen. „Niemandsland“ erinnert an die Verfolgten und lädt dazu ein, sich mit ihrer Geschichte und unserer Verantwortung in der Gegenwart auseinanderzusetzen.
Im Anschluss an die Aufführung gibt Theaterautor und Schauspieler Tino Leo Einblicke in seine Arbeit. Das Gespräch moderiert Dr. Kristian Buchna von der Stiftung Hambacher Schloss. Auch das Publikum ist eingeladen, Fragen zu stellen.
Über Tino Leo
Tino Leo ist Theaterautor, Schauspieler und Schulleiter der Schauspielschule Mainz. Er entwickelt und spielt Theaterstücke zu historischen, demokratischen und politischen Themen. Dabei verbindet er Recherche, Text und Schauspiel aus einer Hand. Mit seinen Stücken ist er in Theatern, Archiven, Museen und Schulen im gesamten deutschsprachigen Raum zu Gast.
Sein Theaterstück „Niemandsland“ entstand im Auftrag des Bezirksverbands Pfalz und des Kuratoriums der Länder Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz zur Erinnerung an die Deportationen von Jüdinnen und Juden.
Termin und Anmeldung
Wann: Dienstag, 10. November 2026, 19 Uhr
Wo: Roxy-Kino Neustadt
Eintritt: frei
Anmeldung: erforderlich per E-Mail an anmeldung@hambacher-schloss.de
Die Aufführung ist eine gemeinsame Veranstaltung des Fördervereins Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt und der Stiftung Hambacher Schloss. Gemeinsam planen sie jährlich rund um den 9. November Veranstaltungen, die Impulse zur Erinnerungskultur geben sollen. Anlass ist der 9. November als ein Tag der deutschen Geschichte, der sowohl mit Verbrechen, Leid und Schrecken (1848: Ermordung Robert Blums, 1923: Hitlerputsch, 1938: Reichspogromnacht) als auch mit Aufbruch, Hoffnung und Freude verbunden ist (1918: Ausrufung der Republik, 1989: Fall der Berliner Mauer).
