Theater: „Niemandsland“ – Die Deportation nach Gurs 1940
Viele Schicksale und eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf:
Im Oktober 1940 wurden über 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich deportiert. Für viele war dies der erste Schritt auf dem Weg in die nationalsozialistischen Vernichtungslager. Es war eine der ersten großen Massendeportationen von Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich, deren organisatorischer Ablauf später als Vorbild für weitere Deportationen diente.
Das Ein-Personen-Theaterstück „Niemandsland“ von und mit Tino Leo macht die Geschichte der Deportation nach Gurs durch verschiedene Figuren und ihre persönlichen Erlebnisse erfahrbar. Es verbindet historische Fakten mit menschlichen Schicksalen und eröffnet einen eindringlichen Zugang zu einem oft wenig bekannten Kapitel der (regionalen) Geschichte.
Das Stück führt historische Bildung und emotionales Erleben zusammen und lädt dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung für eine offene und menschenwürdige Gesellschaft zu übernehmen.
Das Theaterstück entstand im Auftrag des Bezirksverbands Pfalz und des Kuratoriums der Länder Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz zur Erinnerung an die Deportationen von Jüdinnen und Juden.
Über den Künstler:
Tino Leo ist Theaterautor, Schauspieler, Schulleiter der Schauspielschule Mainz, Coach und HISTOTAINER. Er entwickelt, schreibt und spielt Theaterstücke für verschiedene Institutionen, meistens zu historischen, demokratischen und politischen Themen. Recherche, Konzept, Buch/Text, (Co-) Regie und Schauspiel stammen dabei aus (s)einer Hand. Mit seinen Stücken ist er im ganzen deutschsprachigen Raum in Theatern, Archiven, Museen und Schulen unterwegs. Und erreicht damit im Jahr 100.000 Menschen live und vor Ort. Weitere Infos unter www.tinoleo.de.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Fördervereins Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt und der Stiftung Hambacher Schloss.
Anlass ist der 9. November, ein „Schicksalstag“ der deutschen Geschichte, der sowohl mit Verbrechen, Leid und Schrecken (1848: Ermordung Robert Blums, 1923: Hitlerputsch, 1938: Reichspogromnacht) als auch mit Aufbruch, Hoffnung und Freude verbunden ist (1918: Ausrufung der Republik, 1989: Fall der Berliner Mauer).
Wann: Dienstag, 10. November 2026, 19 Uhr
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung per Mail erforderlich: anmeldung@hambacher-schloss.de
