Der Tagesablauf des Hambacher Festes

Das Hambacher Fest am 27. Mai 1832

6 Uhr

In Neustadt läuten die Glocken, und Böllerschüsse werden abgefeuert

8 Uhr

Die Festteilnehmer sammeln sich in Neustadt. Der Zug nimmt Aufstellung: Bürgergarde mit Musik, Frauen und Jungfrauen mi der Polnischen Fahne, zweite Abteilung Bürgergarde, Abteilung der Festordner mit schwarz-rot-goldenen Schärpen, in deren Mitte die "deutsche Fahne", der ganze Landrat Rheinbayerns, eine zweite Abteilung Festordner, verschiedene Deputationen aus den deutschen Staaten, verschiedene andere Festbesucher aus allen deutschen Ländern, jeweils mit deutschen Fahnen, eine Abteilung Bürgergarde.

9.30 Uhr

Der Zug kommt auf dem Hambacher Schlossberg an. Auf den höchsten Zinnen der Ruine wird die schwarz-rot-goldene Fahne mit der Aufschrift "Deutschlands Wiedergeburt" gehißt und die polnische Fahne wird aufgepflanzt.

10 Uhr

Fast alle Festteilnehmer sind auf dem Schloßberg angelangt, es folgt die Begrüßungsrede des Dokto Hepp.

Beim Einsturz einer Ruinenmauer kommt ein Mann ums Leben, mehrere Personen werden verletzt. Trommelmusik löst Panik in der Menge aus, aber die vermeintlichen Soldaten entpuppen sich als harmlose Bauern.

11 Uhr

Die Reden sind in vollem Gange. Zwischen den Reden werden Grußadressen aus den deutschen Staaten, vom polnischen National Comitée aus Paris und aus Straßburg verlesen und patriotische Lieder gesungen. Von den leichten Regenschauern läßt sich niemand stören.

12 Uhr

Friedrich Funck überreicht im Namen der Frankfurter Festteilnehmer Wirth als Ehrengabe ein "deutschen Schwerdt."

13 Uhr

Plötzlich setzt heftiger Gewitterregen ein. Das Mittagessen fällt im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser.

14.30 Uhr

Die Sonne bricht durch die Wolken, der Regen hört auf.

15 Uhr

Von verschiedenen Punkten aus werden weitere Reden gehalten. Freiheitslieder werden gesungen, Wein und Bier fließt in Strömen.

20 Uhr

Bei anbrechender Dunkelheit verlassen die meisten Festbesucher den Hambacher Schloßberg. Die wenigsten gehen nach Hause. In Neustadt wird in den Wirtshäusern weiter gefeiert. Am kommenden Tag findet im Neustadter Schießhaus eine Nachversammlung statt, auf der weitere Reden gehalten werden.

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(Auszug aus "Das Hambacher Schloss" - "Ein Fest für die Freiheit". Herausgegeben von Meinrad M. Grewenig und der Stiftung Hambacher Schloss)