Stationen der Freiheit

Der Traum von der Freiheit ist so alt wie die Menschen. Vom Beginn des Abendlandes im antiken Griechenland, wo bereits 594 v. Chr. die erste Demokratie entstand, bis hin zur heutigen Zeit markieren diese "Stationen der Freiheit" wichtige Punkte der Menschheitsgeschichte. Revolution und Kampf, aber auch friedliche Massendemonstrationen - wie das Hambacher Fest 1832 - sind Meilensteine in der Entwicklung von Demokratie und Freiheit.

Chronologie

594 v. Chr.

"Wir leben in einer Staatsform, die sich auf die Mehrheit im Volk stützt und Demokratie genannt wird."

Der griechische Politiker Perikles (500 - 429 v. Chr.) über den athenischen Staat um 457 v. Chr.

um 50 n. Chr.

"Der Herr ist der Geist, wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit."

Zweiter Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 3, 17

um 1200

"Stadtluft macht frei"

Gelang es einem leibeigenen Bauern um 1200 ein Jahr und einen Tag in der Stadt zu leben, war er frei und konnte das Bürgerrecht erwerben.

1524/25

"Wir wollen frei sein"

gehörte 1524/25 mit zu den Forderungen der aufständigen Bauern im Bauernkrieg. Martin Luthers Schrift zur Reformation "Die Freiheit eines Christen-Menschen" löste einen Aufschrei nach mehr Freiheit aus.

1776

".. daß alle Menschen gleich geschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen, unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind, darunter Leben in Freiheit und Streben nach Glück ..."

Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika, 4. Juli 1776

1789

"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"

Mit der Erstürmung der Bastille am 14. Juli 1789 beginnt die Französische Revolution, die den Menschenrechten und letztendlich auch der Demokratie zum Durchbruch verhalf.

1817

"Vier lange Jahre sind seit jener Schlacht auf den Fluren Leipzigs verflossen. Viel Großes und Herrliches, was geschehen konnte und mußte, ist unterblieben. Mit heiligen und edlen Gefühlen ist Spott und Hohn getrieben worden."

Redner auf dem Wartburgfest, 1817

1830

"Da fielen mitten in dies Alltgsgesumme deutschen Stillebens die Kanonenschläge der Julirevolution. ... Während in Paris, Brüssel und Warschau Blut in Strömen geflossen war ... trug die Bewegung in Deutschland den alten, halb gemütlichen, halb phantastsichen Anstrich."

Carl Heinrich Alexander Pagenstecher, Politiker, über die Julirevolution in Paris 1830 und ihre Folgen für Europa

1832

"Jene Hambacher Tage waren dr letzte Termin, den die Göttin der Freyheit uns gewährte ..."

Heinrich Heine zum Hambacher Fest am 27. Mai 1832

1848

"Frankreich ist Republik! Auch für uns hat die Stunde geschlagen."

Flugblatt eines geheimen Demokratenzirkels zur Februarrevolution in Paris 1848 mit der Aufforderung, es dem Volk von Paris gleichzutun.

1863

"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - Einigkeit macht stark"

Inschrift der Fahne des 1863 gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereines 

1919

"In der Revolution erhob sich das Volk gegen eine veraltete, zusammenbrechende Gewaltherrschaft. Sobald das Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes gesichert ist, kehrt es zurück auf dem Weg der Gesetzmäßigkeit."

Friedrich Ebert am 11. Februar 1919 in seiner Eröffnungsrede vor der Nationalversammlung in Weimar

1943

"Im Namen der ganzen deutschen Jugend fordern wir von dem Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut des Deutschen zurück, um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen hat."

Aus dem letzten Flugblatt der "Weißen Rose", das Hans und Sophie Scholl am 18. Februar 1943 von der Galerie in denLichthof der Ludwig-Maximilian-Universität in München hinunterflattern ließen.

1989

"Wir sind das Volk"

Leitsatz der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik, 1989

 

(Auszug aus "Das Hambacher Schloss" - "Ein Fest für die Freiheit", Herausgegeben von Meinrad M. Grewenig und der Stiftung Hambacher Schloss)