Eine jahrhundertelange, gemeinsame Geschichte

Das Bistum Speyer und das Hambacher Schloss

Auf dem Standort des heutigen Hambacher Schlosses finden sich Siedlungsspuren  schon aus spätrömischer Zeit. Erhalten haben sich weiter Reste einer Fliehburg aus karolingisch-ottonischer Zeit. Wahrscheinlich entstand die Kästenburg in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Ihr Name leitet sich von den Kastanienbäumen der umliegenden Wälder ab.

Urkundlich bezeugt ist die Anlage erstmals als Besitz des Speyerer Bischofs Johann I. Er überschrieb sie zwischen 1090 und 1104 dem Bistum Speyer, in dessen Eigentum sie dann bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verbleiben sollte. Im hohen und späten Mittelalter galt die Burg als eine der wichtigsten Befestigungen des Bistums. Zahlreiche Aufenthalte von Speyerer Bischöfen sind hier im 13. und 14. Jahrhundert bezeugt. Ab dem Ende des 14. Jahrhundert war hier auch das bischöfliche Archiv untergebracht. Am  12. Juli 1388 fand sogar die Weihe von Nikolaus I. zum Bischof von Speyer in der heute verschwundenen Burgkapelle der Kästenburg statt.

Im heutigen Siebenpfeiffersaal sind noch bauliche Dokumente der Ausbauarbeiten aus der Zeit der Speyerer Bischöfe Nikolaus I. und Matthias I. zu erkennen. So wurde hinter dem von außen betrachtet linken Fenster dieses Saales ein bischöflicher Gebetserker eingerichtet, da von diesem Fenster aus der Speyerer Dom am besten zu sehen ist. Die Vertiefung in der Wand daneben zeugt von einem früheren Wandschrank, in dem Gegenstände für liturgische Zwecke aufbewahrt wurden.

Der Niedergang der Befestigung setzte im 15. Jahrhundert ein und hing mit der Errichtung einer neuen Anlage in Hanhofen zusammen. Im Zuge des Bauernkrieges wurde die Kästenburg 1525 vom Nußdorfer Haufen geplündert. Viel schwerwiegender war die Niederbrennung durch Truppen von Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg im Jahr 1552. Verfärbungen und Abplatzungen an einem inzwischen zugemauerten Fenster auf der Westseite des Siebenpfeiffersaales zeugen davon. Die notdürftig reparierte Anlage überstand den Dreißigjährigen Krieg wohl unbeschadet, wurden im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs 1688 aber durch französische Truppen zerstört. Letzte Reparaturen der schon vorher verlassenen Burg fallen in die Jahre 1701 bis 1703.

Die Zugehörigkeit der Kästenburg zum Bistum Speyer endete 1797. In diesem Jahr wurde sie von Frankreich annektiert. Nach dem Fall Napoleons ging die Anlage als Teil des neugeschaffenen Rheinkreises 1816 an das Königreich Bayern über. 1823 erwarben Neustädter Bürger die Ruine für 625 Gulden und trugen noch im gleichen Jahr die Michaelskapelle ab. Ein auf Initiative von pfälzischen Abgeordneten und Bürgern gegründetes „Zentral-Komitee“ übernahm dann 1842 die Burg und schenkte sie dem bayerischen Kronprinzen Maximilian (ab 1848 König Maximilian II. von Bayern) zur Hochzeit. Der ab 1845 begonnene Wiederaufbau der nun „Maxburg“ genannten Anlage endete vor der Fertigstellung bereits Ende 1846. Nach 1945 ging das heutige Hambacher Schloss aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds in den Besitz des damaligen Landkreises Neustadt über. In den 1960 er Jahren, 1980- 1982 und von 2006-2008 folgten umfangreiche Aufbau- und Sanierungsarbeiten an der Anlage. Das Hambacher  Schloss ist heute im Besitz der Stiftung Hambacher Schloss, getragen vom Land Rheinland-Pfalz, dem Landkreis Bad Dürkheim, der Stadt Neustadt an der Weinstrasse, dem Bezirksverband Pfalz und wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung  für Kultur und Medien.

Hambacher Schloss

 

 

 

Das Bistum Speyer und das Hambacher Schloss

Eine jahrhundertelange, gemeinsame Geschichte

 

Auf dem Standort des heutigen Hambacher Schlosses finden sich Siedlungsspuren schon aus spätrömischer Zeit. Erhalten haben sich weiter Reste einer Fliehburg aus karolingisch-ottonischer Zeit. Wahrscheinlich entstand die Kästenburg in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Ihr Name leitet sich von den Kastanienbäumen der umliegenden Wälder ab.

 

Urkundlich bezeugt ist die Anlage erstmals als Besitz des Speyerer Bischofs Johann I. Er überschrieb sie zwischen 1090 und 1104 dem Bistum Speyer, in dessen Eigentum sie dann bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verbleiben sollte. Im hohen und späten Mittelalter galt die Burg als eine der wichtigsten Befestigungen des Bistums. Zahlreiche Aufenthalte von Speyerer Bischöfen sind hier im 13. und 14. Jahrhundert bezeugt. Ab dem Ende des 14. Jahrhundert war hier auch das bischöfliche Archiv untergebracht. Am 12. Juli 1388 fand sogar die Weihe von Nikolaus I. zum Bischof von Speyer in der heute verschwundenen Burgkapelle der Kästenburg statt.

 

Im heutigen Siebenpfeiffersaal sind noch bauliche Dokumente der Ausbauarbeiten aus der Zeit der Speyerer Bischöfe Nikolaus I. und Matthias I. zu erkennen. So wurde hinter dem von außen betrachtet linken Fenster dieses Saales ein bischöflicher Gebetserker eingerichtet, da von diesem Fenster aus der Speyerer Dom am besten zu sehen ist. Die Vertiefung in der Wand daneben zeugt von einem früheren Wandschrank, in dem Gegenstände für liturgische Zwecke aufbewahrt wurden.

 

Der Niedergang der Befestigung setzte im 15. Jahrhundert ein und hing mit der Errichtung einer neuen Anlage in Hanhofen zusammen. Im Zuge des Bauernkrieges wurde die Kästenburg 1525 vom Nußdorfer Haufen geplündert. Viel schwerwiegender war die Niederbrennung durch Truppen von Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg im Jahr 1552. Verfärbungen und Abplatzungen an einem inzwischen zugemauerten Fenster auf der Westseite des Siebenpfeiffersaales zeugen davon. Die notdürftig reparierte Anlage überstand den Dreißigjährigen Krieg wohl unbeschadet, wurden im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs 1688 aber durch französische Truppen zerstört. Letzte Reparaturen der schon vorher verlassenen Burg fallen in die Jahre 1701 bis 1703.

 

Die Zugehörigkeit der Kästenburg zum Bistum Speyer endete 1797. In diesem Jahr wurde sie von Frankreich annektiert. Nach dem Fall Napoleons ging die Anlage als Teil des neugeschaffenen Rheinkreises 1816 an das Königreich Bayern über. 1823 erwarben Neustädter Bürger die Ruine für 625 Gulden und trugen noch im gleichen Jahr die Michaelskapelle ab. Ein auf Initiative von pfälzischen Abgeordneten und Bürgern gegründetes „Zentral-Komitee“ übernahm dann 1842 die Burg und schenkte sie dem bayerischen Kronprinzen Maximilian (ab 1848 König Maximilian II. von Bayern) zur Hochzeit. Der ab 1845 begonnene Wiederaufbau der nun „Maxburg“ genannten Anlage endete vor der Fertigstellung bereits Ende 1846. Nach 1945 ging das heutige Hambacher Schloss aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds in den Besitz des damaligen Landkreises Neustadt über. In den 1960 er Jahren, 1980- 1982 und von 2006-2008 folgten umfangreiche Aufbau- und Sanierungsarbeiten an der Anlage. Das Hambacher Schloss ist heute im Besitz der Stiftung Hambacher Schloss, getragen vom Land Rheinland-Pfalz, dem Landkreis Bad Dürkheim, der Stadt Neustadt an der Weinstrasse, dem Bezirksverband Pfalz und wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.