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Demokratie-Forum Hambacher Schloss - "Warum Krieg?"
Mittwoch 17 November 2021, 19:00

 

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Mittwoch, 17. November 2021, 19 Uhr

 

Demokratie-Forum Hambacher Schloss

"Warum Krieg?"

 

Gewaltsame Auseinandersetzungen, bewaffnete Konflikte und Kriege um Territorien und Ressourcen gibt es, seit es Menschen gibt. Aber wer spricht schon gerne über Krieg, über Krisen, Terror und Leid? Kann es Argumente geben, die einen Krieg legitimieren? Wie utopisch ist eine Welt ohne Krieg?

Am kommenden Mittwoch, 17. November, diskutiert Moderator Michel Friedman über die Frage "Warum Krieg?" mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Linken Tobias Pflüger, der Politikwissenschaftlerin Daniela Schwarzer und dem früheren Botschafter im Irak, Ekkehard Brose.

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Moderation: Prof. Dr. Dr. Michel Friedman (Bild: Nicci Kuhn)  

Herausforderungen im Bereich Sicherheitspolitik

Im Jahr 2020 gab es weltweit 29 Kriege und bewaffnete Konflikte. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung. „Ich glaube, der neuen Bundesregierung ist bewusst, dass im Bereich Sicherheitspolitik Herausforderungen auf Deutschland zukommen. Die Zahl der Krisen um uns herum – in Afrika, in Nah- Mittelost etwa – ist groß und sie berühren unsere Interessen: Stabilität, unser Wertefundament, Terrorismus, Migration“, sagt Ekkehard Brose.

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Botschafter Ekkehard Brose, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Nach Afghanistan-Einsatz alles neu denken?

Lange Zeit profitierte Europa von der Schutzmacht USA. Der Politologe Herfried Münkler sagt, die USA hätten die Lust daran verloren, als Hüter einer wertebasierten Weltordnung aufzutreten. Was bedeutet das langfristig für die weltweite Sicherheitsarchitektur? Wie soll sich Deutschland, wie Europa positionieren? Ist nach dem Ende des Afghanistan Einsatzes alles neu zu denken? 

Reaktionen auf aggressive Geopolitik

Welche Reaktionen braucht es, wenn Länder wie Russland und China aggressive Geopolitik betreiben? „Noch hat Europa die Chance, im globalen Wandel nicht zum Spielball zu werden, sondern mitzugestalten. Es kann seine außen- und sicherheitspolitische Rolle deutlich ausbauen, (…) es kann seine Marktmacht noch stärker einsetzen, um global Standards mitzudefinieren, die unserem Wirtschafts – und Demokratiemodell entsprechen“, schreibt Daniela Schwarzer in ihrem Buch „Final Call – Wie Europa sich zwischen China und den USA behaupten kann“. Schwarzer ist Sonderberaterin des Außenbeauftragten der EU, Josep Borrell.

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Prof. Dr. Daniela Schwarzer, Leiterin der Open Society Foundations in Europa und Eurasien

 

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Tobias Pflüger, Friedensforscher und stellvertretender Vorsitzender der Linken

Der Verteidigungsexperte Tobias Pflüger warnt davor, in Europa militärisch aufzurüsten. "Die EU zieht aus dem Scheitern in Afghanistan die Schlussfolgerung, eigenständig militärisch noch stärker zu werden", sagt von der Linken-Politiker. "Das ist eine völlig falsche Schlussfolgerung. Es war ja falsch, dass man überhaupt der Meinung war, man könnte mit militärischen Strukturen, mit Ausbildung von Soldaten, Polizisten eine Gesellschaft nachhaltig verändern. Das war eine Grund-Illusion und deshalb müsste die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Auslandseinsätze der Bundeswehr offensichtlich in der Form, wie sie durchgeführt werden, nichts bringen." Deshalb sei eine der zentralen Schlussfolgerungen, die gesamten Bundeswehreinsätze auf den Prüfstand zu stellen, weil beispielsweise die Situation in Mali von der Struktur nicht vollständig anders sei und sich da ja ein ähnliches Desaster andeutet, so Pflüger. Hilfe und Unterstützung für Afghanistan müssten auf ganz andere Weise organisiert werden als bisher. Nämlich nicht mit Unterstützung militärischer Strukturen, sondern mit einer Hilfe, die direkt bei der Bevölkerung ankommt.

 
Das Demokratie-Forum wird vom SWR per Livestream übertragen: www.swr.de/demokratieforum
 
Am Sonntag, 21. November 2021 wird die Diskussion ab 10.15 Uhr im SWR Fernsehen gezeigt.