Die Maxburg: Eine Vision von August von Voit

Zehn Jahre nach dem Hambacher Fest beschloss die Versammlung der Landkomissariate, die Burg dem Kronprinzen Maximilian von Bayern und seiner Braut Marie von Preußen als Hochzeitsgeschenk zu überlassen. Mit diesem Treuepfand hofften die Pfälzer das Königshaus versöhnlich zu stimmen. Das "Hambacher Schloss" wurde in "Maxburg" umbenannt. Bevor Architekt August Voit (1801 - 1870) mit der Planung der romantischen Maxburg begann, macht er Anfang 1845 eine steingenaue Bestandsaufnahme der Ruine.

Die heute in der Architektursammlung der Technischen Universität München aufbewahrten Zeichnungen gehören zu den frühen Zeugnissen wissenschaftlicher Bauforschung. Die Voitschen Risse dokumentieren Mauerpartien, die später abgerissen und verbaut wurden, bzw. nach Einstellung der Bauarbeiten 1847 verfielen. Insofern liefern sie wertvolle Hinweise für die aktuelle Bauforschung.

 

Die Erinnerung verbauen

Ausgehend vom mittelalterlichen Bestand und angeregt durch Karl Friedrich von Schinkels Schloss Stolzenfels bei Koblenz entwarf Voit eine "malerische" Anlage mit Türmen und Türmchen.

Die mittelalterliche Mantelmauer sollte abgerissen werden, um einem neuen Bergfried und einem südlichen Wohntrakt Platz zu machen. Die Fassaden des Pallas erhielten regelmäßige Fensterreihen. Der mittelalterliche Corerker an der Ostseite bekam ein Pendant und sollte als Balkon dienen. An der Südostecke des Pallas war ein zweigeschossiger Vorbau mit Gartenloggia vorgesehen.

Eine solche Überformung der Ruine zum märchenhaften Königsschloss hätte die Erinnerung an die Kulisse der Volksversammlung von 1832 schnell verblassen lassen.

(Auszug aus der Broschüre "Freiheit, Gleichheit. Hambach." des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz, 2007/2008)