Die Kästenburg im späten Mittelalter um 1400

 

Nicht Kriegseinwirkungen sondern eine grundlegende Änderung des Sicherheitskonzepts bedingte im späten 13. Jahrhundert den Abbruch des Burgfrieds. Nur die Westwand blieb stehen. Mit dem Abbruchmaterial wurden die alten zinnenbekrönten Ringmauern zum "Hohen Mantel" aufgebaut. Damit entstand ein steinerner Schutzschild, der die Wohnburg gen Westen und Süden abschirmte. Schon um 1240/60 wies die unregelmäßig durchfesterte Ostfassade des dreigeschossigen Palas im Obergeschoss einen Erker auf.

Es handelt sich um eine zum Saal hin abschließbare Altarnische mit auskragendem Chörlein, wie umlaufender Schlagfalz und ein fragmentarisch erhaltenes steinernes Lavabo in der Nischenlaibung beweisen. Die Besonderheit des kleinen Chores in der talseitigen Schaufront der Burg lässt Rückschlüsse auf Bedeutung der Anlage für das Bistum Speyer zu. Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts bestätigen, dass die Kästenburg mehrfach von Speyrer Bischöfen aufgesucht wurde. Auch befand sich zeitweilig das bischöfliche Urkundenarchiv in der Burg.

(Auszug aus der Broschüre "Freiheit, Gleichheit. Hambach." des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz, 2007/2008)