Freiheit, Gleichheit, Hambach.

 

   

Die längste Zeit, seit dem Jahr 1552, war die Burg Ruine. Vor der Ruine (damals im Privatbesitz Neustadter Familien) versammelten sich am 27. Mai 1832 rund 30.000 Menschen, die teilweise unter erschwerten Bedingungen von weit her angereist waren, und forderten Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, gleiche und allgemeine Wahlen sowie nationale Einheit in einem freien und friedlichen Europa. Durch das Hambacher Fest wurde die Ruine Symbol.

Seitdem beziehen sich alle Baumaßnahmen mehr oder weniger unausgesprochen auf dieses Ereignis. So wollte der damalige Landesherr, König Ludwig I. von Bayern, die Erinnerung an den Versammlungsort der Liberalen durch einen romantischen Schlossbau tilgen, musste das Projekt aber vorzeitig wieder aufgeben.

Die junge deutsche Demokratie entdeckte die Ruine als Festplatz wieder. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde damit begonnen, die Bühne bürgerlichen Freiheitswillens architektonisch zu stärken. Nach 400 Jahren bekam die Ruine 1967 - 1969 wieder ein Dach; 1982 wurde ein Museum eingerichtet. Und es wird weiter gebaut! Nach Plänen des Schweizer Architekten Max Dudler soll das Hambacher Schloss als Erinnerungs- und Lernort besser als bisher erschlossen werden. Denn rückläufige Besucherzahlen zeigen, dass das Symbol Hambacher Schloss in Vergessenheit zu geraten droht.

Zur 175-Jahrfeier des Hambacher Festes im Mai 2007 konnte der erste Baubschnitt eröffnet werden. Aus dem Anlass hatte auch diese Ausstellung unter dem Titel "Das Hambacher Schloss - ein (Bau)Denkmal von der Historie in die Zukunft" ihre Premiere im Siebenpfeiffer-Saal. Aufgrund neuester, Bau begleitender Forschungen konnte erstmals die weitgehend unbekannte, tausendjährige Geschichte des Denkmals in Form von hochkarätigen Corian-Modellen und filmischen Dokumentationen visualisiert werden.

(Auszug aus der Broschüre "Freiheit, Gleichheit. Hambach." des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz, 2007/2008)