Die Kästenburg im hohen Mittelalter um 1200

 

Die mittelalterliche Burg, in der Zeit der Salier und Staufer vermutlich als Rückzugsort der Speyerer Bischöfe errichtet, gilt als weitgehend zerstört. Nach neuen Inspektionen gelang es dem Heidelberger Bauforscher Achim Wendt einige Rätsel des Denkmals zu lösen: Der Treppen- und Abortturm auf der Nordseite der Anlage ist keine Anfügung des 14. Jahrhunderts, wie vielfach angenommen. Der Turm stand bereits, als der bis heute erhaltene Palas um 1240/60 gebaut wurde. Handwerkliche Details verweisen auf eine Entstehung unter salischer Herrschaft.

Der Turm gibt die enorme - bis fünfgeschossige - Höhe des damaligen Hauptgebäudes vor. An der Mantelmauer wurden Baunähte entdeckt, die beweisen, dass die Westfront weitgehend aus der alten Außenmauer des Bergfrieds besteht. Der Bergfried hatte demnach eine Grundfläche von 13 x 13 Meter und eine Höhe von mindestens 23 Metern. Etwa 7 Meter hohe Ringmauern stellten die Verbindung zwischen dem Bergfried im Westen und dem Wohnbau im Osten her. So beherrscht die Kästenburg bereits in staufischer Zeit als großer, geschlossener Block die Landschaft.

(Auszug aus der Broschüre "Freiheit, Gleichheit. Hambach." des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz, 2007/2008)